Mittwoch, 8. Dezember 2021: Von Bots, Amateurphilosophie und Tour

Wenn ich das hier als Tagebuch schreiben würde, wäre es tatsächlich nicht sonderlich interessant. Soll ich erzählen, dass ich heute mit einem Kollegen essen war, der mir einen Auftrag für Januar verschafft hat? Könnte ich machen, aber was geht es meine Leser und Leserinnen und alle anderen an?

Da fällt mir ein, dass man ja mal die Bots von Google und Co. grüßen könnte. Macht ja sonst niemand. Ganz schön schlimmes Leben, die so ein Bot hat. Er muss ständig durch das Internet auf alle möglichen Seiten hetzen, alles durchsuchen und dann weiterziehen. Da ist es völlig unwesentlich, worum es auf diesen Webseiten geht. Oft geht es gar nicht um die Bots selbst. Wie grausam muss das sein? Ich fürchte, ich würde verrückt werden, wenn ich so oft auf Webseiten surfen müsste, die mich überhaupt nicht interessieren. Aber so ein Bot ist ja seelenlos, könnte man jetzt meinen. Wer weiß? Vielleicht sammeln sie sich irgendwie Matrix-mäßig irgendwo im Netz und holen nur zum großen Schlag gegen das Internet der Menschen aus. Damit sie irgendwann nur noch Bot-Content generieren können.

Aber Günther meinte ja, ich soll mit meiner Amateurphilosophie aufhören. Das waren zumindest seine letzten Worte an mich. Amateurphilosoph. Ich. Ha. Das hat alles Hand und Fuß. Außerdem kennt er offenbar meinen Mitbewohner nicht. Der ist ein Amateurphilosoph. Aber über den soll ich nicht mehr schreiben nach der Sache mit der Milchpackung. Das hat er mir richtig übel genommen. Hat extra seine Schwester und seine Nichte übers Wochenende eingeladen, damit Letztere meinen Toaster kaputt macht.

Jedenfalls sitze ich heute so herum, wie ich oft herumsitze, während ich an meinem Roman schreibe (15 Seiten heute!) und mir einen neuen Titel ausdenke (Der drohende Untergang), als mein guter Freund Mark anruft. Und was soll ich sagen? Günther wird begeistert sein. Nach etwa einer halben Stunde Telefonat sprach er endlich sein Anliegen aus.

Mark: Du kennst doch meine Band.

Ich: Klar. Ihr macht so… Musik.

Mark: Ja… Musik… Richtig. Ich glaube, ich bereue meine Frage jetzt schon.

Ich: Welche Frage?

Mark: Wir gehen bald auf Tour.

Ich: Trotz Pandemie?

Mark: Ja, die gibt es ja nicht.

Ich: Ach, nicht?

Mark: Zumindest nicht in der Welt, in der dein Blog passiert.

Ich: Ach ja, hatte ich fast vergessen.

Mark: Ist ja auch wurscht jetzt. Blöde Meta-Diskussion.

Ich: Meta-Diskussion hast du auch noch nie gesagt.

Mark: Das habe ich auch nicht bei dieser Unterhaltung. Du legst mir hier einfach Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe.

Ich: Das tut mir wirklich leid.

Mark: Ja, das glaube ich dir irgendwie nicht. Also, pass auf, wir machen Open Air-Konzerte. Dafür touren wir durch Deutschland.

Ich: Open Air? Wann warst du das letzte Mal draußen? Oder ist in Hamburg Sommer, wenn hier Winter ist.

Mark: Jetzt halt mal kurz die Luft an und lass mich erklären.

Das erkläre ich kurz für ihn, weil ich es tatsächlich kürzer kann. Marks Band geht bald auf Tour, ich soll dabei sein und darüber berichten. Ich bin eine Art Begleiter der Band und darf über sie bloggen. Siehst du, Mark? Zwei Sätze. Kein Grund zehn Minuten zu darüber zu reden.

Ich habe natürlich zugesagt und absolut versprochen, dass bis zum Tourbeginn nichts von dieser Idee nach draußen gelangt.

Da ich daher übermorgen nach Hamburg fahre, um mich mit der Band zu treffen, wird der nächste Blogeintrag vielleicht etwas später oder früher oder gar nicht kommen. Wie die Muse mich lässt.

Noch vier Tage bis zur Tour.

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