Mittwoch, 1. Dezember 2021: Von Churros, Kiffen und Werbung

Ich blogge jetzt.

Ich fand die Idee gut.

Ich habe ja doch nichts Besseres zu tun.

Das habe ich auch meinem Agenten am Telefon gesagt.

Ich: Ich blogge jetzt.

Günther: Wieso?

Ich: Ich habe ja doch nichts Besseres zu tun.

Günther: Was ist mit deinen Jobs?

Ich: Sag ich ja.

Günther: Wie sieht’s denn da aus?

Ich: Ja, du bist doch mein Agent.

Günther: Ja, eben.

Ich: Pass auf, die Serie wird gerade abgedreht. Meine Manuskripte sind alle da, das Geld auch. Ich hab grad nix Besseres zu tun.

Günther: Traurig. Soll ich dir was besorgen?

Ich: Nee, lass mal.

Günther: Wieso?

Ich: Ich schreibe ein Buch.

Günther: Ein Buch?

Ich: Ja, sage ich doch. Ist die Leitung so schlecht?

Günther: Nu werd‘ mal nicht gleich frech. Wieso ein Buch? Ich dachte, du schreibst ein Blog.

Ich: Ich habe durchaus Zeit für beides.

Günther: Und? Worum geht’s denn in deinem Buch?

Ich: Wieso überhaupt frech? Du musst mir doch Jobs besorgen.

Günther: Das Buch.

Ich: Was ist damit?

Günther: Worum es da geht.

Ich: Weiß ich noch nicht.

Nach dem Gespräch stehe ich erst einmal aus dem Bett auf. Es ist 12 Uhr. Mittags wohlgemerkt. Die Mitbewohner sind schon arbeiten. Ein Grauen. Der Kühlschrank schenkt mir ein Glas Milch und etwas Käse zum Toastbrot, das nicht mehr lange haltbar ist. Ich weiß, dass es Mindesthaltbarkeitsdatum heißt. Aber bei Brot traue ich eher den grünen Stellen in der Textur als dem Datum auf dem Teil, das die Tüte zusammenhält. Wie heißt das eigentlich?

Ich verbringe also die nächste Stunde im Internet. Eine Suche auf Ecosia (man ist ja Weltverbesserer) auf die Frage: „Wie heißt das Teil, das Tüten zusammenhält?“, führt mich auf ein großes Online-Lexikon.

Eintrag: Joint.

Das habe ich zwar nicht gemeint, trotzdem lese ich ihn mir durch. Bin ich schon einmal Experte fürs Kiffen. Der zweite Eintrag scheint auch nichts damit zu tun haben. Der dritte Eintrag ist wieder Wikipedia (für alle, die vorhin nicht verstanden haben, welches Lexikon ich meinte. Aber es gibt bestimmt auch noch andere gute). Eintrag: Kondom. Bilder sind auch dabei. Das sind aber nicht die Tüten die ich meine. Überhaupt scheint Wikipedia sehr bilderaffin zu sein. Ist ja auch ganz nett, muss man weniger lesen. Ob es da auch Zeitungen für gibt?

Noch mehr Seiten über Starke Wechselwirkung, Churros und ein Dudeneintrag zu dem Unterschied zwischen „das“ und „dass“, was mich erst an meiner Sprache, dann an meiner ursprünglichen Sucheingabe, dann an allem zweifeln lässt.

Dann noch eine Seite, wo jemand fragt, wie das Teil an der Tastatur heißt, auf dem man seine Hand abstützt. Weiß aber auch keiner da. Sehr enttäuschend. Musste mir extra ein Werbevideo von 20 Sekunden dafür angucken, weil mein Ad-Blocker aktiviert ist. Schade.

Dann halt die andere große Suchmaschine. Da ist tatsächlich eine Seite, nach 10 Seiten Cookies-Abfrage und fünf Meter herunterscrollen, endlich die Antwort: Clipband. Was nützt mir dieses Wissen? Man kann damit prahlen.

Ich kann mich jetzt also ruhigen Gewissens den restlichen Tabs auf dem Bildschirm widmen, die ich in der Zwischenzeit alle geöffnet habe.

So ein Lexikon mit Links ist schon was Feines.

Was war sonst heute so? Wenn man Toastbrot ein paar Stunden im Toaster lässt, ist es nicht mehr knusprig. Und der Käse nicht mehr sehr lecker, wenn er daneben ebenso lang darauf wartet, auf eben jenes Brot gelegt zu werden.

Draußen ist es kalt. Die Mitbewohner froren, als sie heimkamen. Gut, dass ich nicht draußen war. Bald ist ja auch schon Weihnachten. Man sollte sich geistig schon einmal auf die Familie vorbereiten.

Abends mit dem Buch angefangen. 10 Seiten geschrieben. Ein Thema fehlt aber noch. Hier im Blog auch. Vielleicht morgen.

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