Dienstag, 7. Dezember 2021: Von Günther, Kreativität und Themen

Günther: Du hast gestern ganz schön wenig geschrieben. Und den Tag davor auch schon. Du lässt nach.

Ich: Woher willst du das wissen? Ich war den ganzen Tag beschäftigt. Bestimmt 20 oder 30 Seiten sind dazu gekommen. Sie sind vielleicht nicht alle Gold wert, aber –

Günther: Ich meine dein Blog.

Ich: Du liest mein Blog. Wie schön.

Günther: Sag das nicht so schwärmerisch. Ich will schließlich wissen, ob da etwas über mich steht.

Ich: Als ob ich nichts Interessanteres zu tun wüsste, als unsere Unterhaltungen abzutippen.

Günther: Ich rede von gestern!

Ich: Was war denn gestern?

Günther: Nikolaustag.

Ich: Ja, das stimmt.

Günther: Du hast nur ein „Gedicht“ gepostet.

Ich: Ja und?

Günther: Hattest du keine Zeit?

Ich: Nein, ich habe dir doch gesagt, dass ich bestimmt 20 oder 30 Seiten geschrieben habe. Und dann war da noch der Schokoladennikolaus. Was übrigens auch ein schönes Wort ist, oder?

Günther: Was ist so schön an dem Wort Schokoladennikolaus?

Ich: Es hat ein Doppel-n hinter dem unbetonten e. Außerdem alle Vokale. Es beinhaltet gleich zweimal das Wort Kola, und ein Anagramm dazu ist die drei Wörter Skandal, Locken und Ohio, woraus ich eine schöne Reizwortgeschichte gezaubert habe.

Günther: Wohl dem, der so viel Zeit hat.

Ich: Schreiben bringt mir schließlich das Brot auf den Tisch. Aber sag mal, fandest du das Gedicht nicht gut?

Günther: Natürlich nicht, das war doch scheiße.

Ich: Hey, ich habe mir wirklich viel Mühe damit gegeben.

Günther: Das hast du wahrscheinlich einfach, kurz bevor du es veröffentlicht hast, schnell runtergeschrieben.

Ich: Ich bin entsetzt, dass du so von mir denkst.

Günther: Wie lange hast du für dieses Meisterwerk denn gebraucht?

Ich: 30 Seiten habe ich geschrieben!

Günther: An einem Tag?

Ich: Ja.

Günther: Und ich soll das jetzt auf die sieben Zeilen vom Blogeintrag gestern herunterrechnen?

Ich: Lieber nicht.

Günther: Pass auf, ich rufe an, weil ich eine Idee hatte für das Blog.

Ich: Du glaubst, ich brauche Content? Hast du so wenig Vertrauen in meine Kreativität?

Günther: Soll ich dir das Gedicht von gestern vielleicht noch einmal vorlesen?

Ich: Was ist deine Idee?

Günther: Du brauchst ein Ding, über das du schreibst. Nicht das Leben oder so. Das ist doch arschlangweilig, das will keiner lesen.

Ich: Ich habe dir doch gesagt, dass ich das für mich mache.

Günther: Dann schreib in dein Tagebuch und nicht ins Internet. Also, pass auf. Du machst das so: Du holst dir etwas, über das du jeden Tag schreibst. Und nicht über deinen Roman.

Ich: Aber –

Günther: Über den Schreibprozess eines Romans zu schreiben ist doch albern. Du darfst nichts verraten, bis er veröffentlicht ist, und jeden Tag eine Seitenzahl angeben, also nee.

Ich: Na gut.

Günther: Nur mein Rat.

Ich: Na gut.

Günther: Und um Himmels Willen schreib heute etwas Vernünftiges und komm nicht auf die Idee, einfach nur unsere Unterhaltung zu posten.

Ich: Na gut.

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